Donnerstag, 12. Januar 2012

Parkett Dämmunterlagen

Dampfsperre und Dampfbremse  

Wie sagte schon Lehrer Bömmel in abgewandelter Form in dem Film „Die Feuerzangenbowle“:
„Wat is en Damfpsperr’? Da stelle mer uns janz dumm
und da sage mer so: En Dapfsperr’  dat is ene jroße
schwarze Schicht. Die is hinten un vorn dicht.
Und zur Dampfbrems’, dat krieje mer später.“


In diesem Bericht soll näher auf die Dämmunterlagen Dampfsperre und Dampfbremse eingegangen werden. Diese sind oftmals sinnvoll als Schutz zwischen Unterboden und Parkett eingesetzt. Bei diesen Dämmunterlagen müssen aber einige wichtige Kriterien beachtet werden.

Ganz wichtig: Dampfbremsen und Dampfsperren dürfen nur auf mineralische Unterböden wie Estrich, Beton oder Fliesen verlegt werden. Untergrund aus Holzdielen, Spanplatten oder aus PVC dürfen nicht mit Dampfsperren oder Dampfbremsen ausgelegt werden. Hier besteht die große Gefahr des Schimmelpilzbefalls, da diese Materialien eine hohe Eigenfeuchte besitzen. So wir z.B. das Untergrundholz mit der Zeit morsch und verfault, da keine Möglichkeit besteht zu diffundieren.

An einem Beispiel soll die Notwendigkeit von Dampfbremsen und –sperren Ihnen dargelegt werden.
Sie möchten in Ihrem Wohnzimmer neues Parkett verlegen. Der Untergrund ist Estrich, welcher auch heutzutage in den meisten Häusern zu finden ist. Unter Ihrem Wohnzimmer befindet sich allerdings schon der Keller. Dieser Raum ist meist ungeheizt, so dass Nässe und Kälte in den nach oben liegenden Raum ziehen. Feuchtigkeit zieht in Form von Wasserdampf in die trockenen Baumaterialien ein. Die Dampfsperre bzw. Dampfbremse soll somit das Durchlassen von Wasserdampf zwischen Estrich und Parkett verhindern bzw. weniger zulassen. Die meisten dieser Dämmunterlagen für den Fußbodenbau bestehen aus PE-Folien (Polyethylen). PE besitzt den Vorteil, dass sowohl bei Temperaturanstieg als auch Abkühlung sich zwar die Folie verformt (Thermoplaste), aber dennoch die schützende Eigenschaft der abweisenden Wasseraufnahme besteht.

Wir wollen an dieser Stelle nicht zu genau in die Physik gehen. Nur soviel sei gesagt: Dampfbremsen sind Bauteilschichten, die mit einem Sperrwert (sD-Wert) von 50 bis 1500 Meter angegeben sind. Dampfsperren sind Bauteilschichten mit einem Sperrwert von über 1500 m. Diese Bezeichnungen müssen auf den entsprechenden Dämmunterlagen angegeben sein, damit Sie wissen, welche Art von Dämmung Sie zu benutzen haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Sie unbedingt beachten sollten, ist die Beschaffenheit Ihrer Oberflächen-Veredelung. Bei mit Lack versiegeltem Parkett sollte unbedingt eine Dampfsperre verwendet werden. Die Nutzschicht Ihres Parketts ist sehr feuchtigkeitsempfindlich. Der Film der Lackschicht verhindert, die Feuchtigkeit, die von dem Unterboden kommt, an die Raumluft abgegeben werden kann. Bitte beachten Sie, dass dies auch für Laminat gilt. Hier verschließt Melaninharz die Dekorschicht.

 Parkettböden, die mit Öl behandelt sind, benötigen hingegen nur eine Dampfbremse, da diese Hölzer eine „Atmung“, also einen Wasserdampfaustausch, zulassen.

Sowohl Dampfbremsen als auch –sperren müssen komplett dicht eingebaut werden. Ansonsten kann warme Luft schon bei kleinsten undichten Stellen zum Parkett vordringen. Es kühlt dort ab und Tauwasser bildet sich, so dass wiederum Schimmelpilzgefahr besteht.

Generell sind diese Dämmunterlagen weniger für Fußbodenheizung geeignet. Dampfbremsen und Dampfbremsen verhindern eine gute Wärmeleitung.

Der Wasserdampf hat ausgedampft,
denn Sperren und Bremsen widmen sich dem Kampf.
Reaktionen:

2 Kommentare:

Rainer hat gesagt…

Danke! Endlich mal ein Artikel über Dämmunterlagen, der auch für einen Nichtfachmann bzw. für einen Handwerker mit eher zwei linken Händen ;-) verständlich ist. Jetzt weiß ich endlich mal genau, warum ich eine Dampfbremse benötige.
Außerdem habt Ihr das schön mit einem meiner Lieblingsfilme "Die Feuerzangenbowle" kombiniert.
Macht weiter so mit verständlichen Artikeln.

Gruß

Rainer

Harald Spohr hat gesagt…

Die Unterlagen sind schon für Fußbodenheizung geeignet, wenn man die richtige wählt, die vom Hersteller dafür freigegeben ist. Also auf zum Fachhandel und nicht zum Baumarkt in die Selbstwühlkiste. Ein kleiner Nachteil auch bei Fußbodenheizungstauglichen Unterlagen besteht allerdings darin, daß die Heizung in der Übergangsphase Herbst/Frühjahr etwas träger wird.

Gruß vom
Holzhändler aus Leidenschaft

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