Donnerstag, 26. Januar 2012

Parkettversiegelung Teil 3

Parkettversieglung Säurehärtende Versiegelung ErklärungSäurehärtende Versiegelung

Ein sehr sensibles Thema.
Bis in die 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde in Deutschland zu 70 Prozent säurehärtende Lacke zur Parkettversiegelung verwendet. Heute sind es nur noch 2 Prozent.
Woran liegt das?

Des Rätsels Lösung ist Formaldehyd.
Gut möglich, dass heute noch einige Leute täglich auf Fußböden, versetzt mit Formaldehyd, treten.

Was ist Formaldehyd?
Formaldehyd ist ein Gas, das sowohl in der Natur vorkommt als auch seit Ende des 19. Jahrhunderts künstlich hergestellt wird.
Das gas ist farblos und besitzt einen beißenden Geruch. Es reagiert leicht mit anderen Stoffen, sogar mit der Raumluft. Es zersetzt sich unter Einwirkung ultravioletter Strahlung sehr schnell. Die SH-Siegel (säurehärtende Versiegelungen) werden meist zweikomponentig hergestellt. eine Komponente, die für die Härte zuständig ist, ist dabei die Säure. Direkt nach dem Mischen reagieren die beiden Komponenten in Form einer Katalyse (Einleitung, Beschleunigung oder Lenkung chemischer Reaktionen durch Beteiligung bestimmter Stoffe) mit einer Polykondensation. Sowohl beim Auftragen als auch nach der Erhärtung spaltet sich Formaldehyd an die Raumluft ab.

Vorteile von säurehärtenden Versiegelungen
Diese zweikomponentige Versiegelung bietet eine optimale Haftung und bildet eine extrem harte und widerstrandsfähige Oberfläche. Ein weiterer Pluspunkt liegt in der schnellen Trocknung. Innerhalb von drei Stunden ist der Boden ausgetrocknet und wieder begehbar.

Nachteile von säurehärtenden Versiegelungen

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was für ein Nachteil dieses Versiegelungssystem haben kann. Trotz der besten Voraussetzungen wie sehr gute Härtung und kurze Trocknungszeit überwiegt leider ein großes Minus: Wegen des Formaldehyds ist dieser Lack giftig. Formaldehyd kann Haut-, Atemwegs- oder Augenreizungen und Allergien verursachen. Ebenso wird es vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BFR) als „krebsauslösend für den Menschen“ bewertet.

Hier gilt es abzuwägen.
Vom Bundesgesundheitsamt wird eine maximale zulässige Konzentration an Formaldehyd von 0,1 ppm für Aufenthaltsräume empfohlen. Ppm (parts per million) ist eine relative Maßangabe und steht für die Zahl 10−6, also für den millionsten Teil. Schon ab der ungefährlichen Konzentration von 0,05 ppm wird Formaldehyd wegen seines stechenden Geruchs und des Reizes wahrgenommen. Darum ist es generell wichtig, regelmäßig Räume mit diesem Versiegelungssystem zu lüften. Auch nachträgliches Überlackieren des Fußbodens behebt diese Unannehmlichkeiten. Es ist somit mehr der Geruch, der lästig ist, als in dieser geringen Konzentration der gesundheitsschädliche Aspekt.

Ein Beispiel dazu:
In einem ungelüfteten Raum von ca. 30 Quadratmetern reichen fünf gerauchte Zigaretten aus, um eine doppelt so hohe Konzentration an Formaldehyd wie bei der Parkettversiegelung mit säurehärtenden Mitteln zu erzeugen. Jedes Auto, jede Heizung und jede Müllverbrennungsanlage setzt wesentlich mehr Formaldehyd frei als dieses Versiegelungssystem. Geringe Spuren von Formaldehyd finden sich in allem Organischen, also auch in uns Menschen.

Allerdings, wie oben schon erwähnt, wird auch nach der Trocknung des Holzbodens regelmäßig Formaldehyd in geringer Dosis an die Raumluft abgegeben.

Aus diesem Grund haben die meisten Hersteller von Versiegelungen darauf reagiert und bieten Alternativen an. Auch vom Preis- Leistungsverhältnis stehen diese Versiegelungssysteme dem säurehärtenden in nichts nach. Gerade wenn Sie Kinder haben oder gesundheitlich vorbelastet sind, sollten Sie auf den Einsatz dieser Lackierung verzichten. Andere Möglichkeiten gib es genug.

Mehr über diese erfahren Sie in den einzelnen Artikeln über Parkettversiegelung in diesem Blog.
Warum sich unnötig in Gefahr begeben.
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