Mittwoch, 1. Februar 2012

Die Finnen sind unschuldig

Die Sauna gilt als Synonym für finnische Kultur. Sie ist fest in der finnischen Tradition verwurzelt. In fast jedem Haus steht eine eigene Sauna, die zur Körperreinigung, Entschlackung und zur Entspannung dient.

In früherer Zeit wurde das Saunagebäude zuerst, also vor dem eigentlichen Wohnhaus errichtet. Die Sauna war der sauberste Raum, da sie der einzige Ort war, indem es heißes Wasser gab. Die Sauna diente somit auch als Geburtstation wegen ihrer Sterilität.
So ist auch nicht verwunderlich, dass der Begriff Sauna aus dem Finnischen stammt und „Schwitzstube“ bzw. „finnische Sauna“ bedeutet.

Generell versteht man unter der Sauna einen beheizten Raum mit sehr hohen Temperaturen.
Doch leider müssen wir Sie enttäuschen! Die Sauna ist keine Erfindung der Finnen.
Ursprünglich stammt die Sauna, das Schwitzen und Baden in einem heißen Raum, aus dem ostasiatischen Raum. Vor ca. 1500 Jahren wurde die Sauna aufgrund von Völkerwanderungen in das finnisch-skandinavische Gebiet gebracht. Noch heute ist die finnische, neben der ungarischen  Sprache eine „nicht europäische“ Sprache, d.h. nicht auf dem romanischen, germanischen und slawischen Sprachschatz aufbauend, was belegt, dass die Ureinwohner Finnlands aus dem asiatischen Raum kamen und schon weit vorher „saunierten“.

Die Sauna dient dem Zweck der Entschlackung, das Durchblutungssystem zu fördern, Krankheiten zu lindern bzw. zu heilen, aber auch einfach nur der Erholung, z.B. Sorgen zu lindern.

In den kommenden Abschnitten sollen ein paar Saunaarten kurz dargestellt werden. Da die verschiedenen Saunen aus unterschiedlichen Regionen der Erde herstammen und verschieden lange, mittlere oder kurze Traditionen haben, ist eine Vollständigkeit nicht gewährleistet (neuer Typen wie Bio-Sauna oder Infrarotkabinen werden nicht berücksichtigt). Aus diesem Grund sind die folgenden Texte nicht an eine z.B. historischen oder „temperaturauf- bzw. absteigende Auflistung gebunden.

Finnische Sauna (Rauchsauna)
Die älteste Form des Dampfbades ist die Finnische Savusauna, die Rauchsauna. Bei dieser Art Es existiert kein Schornstein und der Ofen befindet sich frei im Raum. Der Rauch muss durch aufgeschichtete Steine abtransportiert werden und zieht an der Decke und an den Wänden und der Decke entlang. Durch eine Luke kann der Rauch abziehen.

Irisch-römisches Dampfbad (Tepidarium)
Ursprünglich diente diese Sauna als Raum der Körperreinigung und wurde durch eine Fußboden- oder Wandheizung erwärmt.
Im Tepidarium liegt die Temperatur zwischen 25 bis 30 Grad. Nach einer Bürstenmassage begibt man sich in die Schwitzkammer, in der Temperaturen von ca. 50 bis 55 Grad sind. Aufgrund der Bürstenmassage ist die Haut so gut durchblutet, sodass man trotz der relativ geringen Temperaturen rasch ins Schwitzen kommt.
Wie bei einem bei uns bekannten Saunagang, erfolgt anschließend die Abkühlung und eine Ruhephase, bevor es zum zweiten Mal ins irisch-römische Dampfbad geht.

Stollensauna
Der Ursprung der Stollensauna ist die Erdsauna oder Dampfgrotte. Die Idee ist es, die Natürlich- und Ursprünglichkeit einer Höhle zu nutzen.
Die Temperatur in dieser Sauna beträgt bei einer Luftfeuchtigkeit von 0% ca. 80° Celsius Auch in der Stollensauna werden Aufgüsse gemacht, die aus kräftigen Aromen bestehen (z.B. Aromen von Fichtennadeln). Die Steinelemente der Sauna speichern die Wärme sehr gut, so dass das Mineralgehalt für ein gutes Raumklima sorgt und einen Peelingeffekt erzeugt.

Temazcal
Die aztekische Schwitzhütte (Ursprung in Mittelamerika) ist ähnlich wie ein Iglu aufgebaut. Der Sauna liegt etwas unter dem Erdboden. Durch Wände aus Lehmziegeln ist das aufrechte Sitzen unter dem kuppelförmigen Dach gewährleistet.
Es gibt Aufgüsse mit Wasser und ätherischen Ölen. Zusammen mit den erhitzten Steinen, die sich an der Wand gegenüber des Einganges in einem Ofen befinden, und durch das Abklopfen mit Kräutern wird das Wohlbefinden steigern und Schmerzen sollen gelindert werden.

Sentos
Das japanischen Sento ist ein Dampfbad. Nachdem gründlicher Reinigung betretet man den Hauptraum des Sentos. Hier befinden sich Becken mit warmen Wasser, die auf keinen Fall mit Seife oder dem Handtuch in Berührung kommen sollten, da Japaner dies als Beschmutzung empfinden.

Onsen
Im Gegensatz zum Sento darf im Onsen nur mineralreiches Wasser aus den heißen Quellen verwendet werden. Dies fördert die Gesundheit. Eine obligatorische Reinigung des Körpers ist Voraussetzung, bevor man das heiße Bad betritt. Die Wassertemperatur beträgt ca. 40° Grad und die Becken befinden sich.

Hammam
Das Hamam ist ein Dampfbad, auch türkisches Bad genannt. Hauptverbreitungsgebiet ist die Türkei, Iran und der arabische Raum. Das Dampfbad selbst findet in einem hohen Raum aus Marmor statt. Die Hitze wird durch Öfen erzeugt, die mit Holz befeuert werden und an den Wänden befinden sich Waschbecken mit Warm- und Heißwasserzulauf. Die Luftfeuchtigkeit und die Hitze sind in diesem Dampfbad sehr hoch. Durch die Körperaufgüsse an den Waschbecken steigert man diese noch zusehends. Dadurch wird die Haut Pore für Pore, von innen und von außen, entschlackt.

Erdsauna

Zwar gibt es in der heutigen modernen Erdsauna auch Verkleidungen aus Holz, einen Rauchabzug und geflieste Böden Dennoch besticht dieser Sauna Typ durch seine gute Verträglichkeit der hohen Temperaturen, da der Boden Kühle abgibt. Die Temperaturen erreichen dennoch auch ca. 100° Grad, welche aber einem weniger heiß vorkommen.

Schwedische Sauna (Batsu- bedeutet auf schwedisch Sauna)
Die Schwedische Sauna, auch Minisauna genannt, ist eine Kombination aus Sauna und Baden. Bei der Schwedischen Sauna steht das Eisbaden vor und nach dem Saunagang im Vordergrund. Danach „kommt“ erst das Schwitzen in der Hitze. Bei kalten Temperaturen wird in eiskaltem Wasser wie in Seen und Flüssen getaucht, nachdem ein Loch in die vereiste Oberfläche geschlagen wurde. Erst anschließend geht es in die Sauna Blockhütte zum Saunieren bei ca. 80° Grad.
Nach dem Aufheizen geht man in den Schnee oder zurück ins eiskalte Wasser.
Das Besondere ist das anschließende Bad in der Badetonne. Bei ca. 45° Grad im warmen Wasser wird der Körper wieder aufgeheizt.

Russische Sauna (Banja)
In einer  Blockhütte aus Holz sauniert man mit einem Holz betriebenen Sauna Ofen. Davor wäscht man sich mit kaltem Wasser im Waschraum ab. In der Sauna sind Temperaturen zwischen ca. 80° bis 100° Grad und es werden viele Aufgüsse vollzogen. Durch die große Anzahl der Aufgüsse wird eine höhere Luftfeuchtigkeit erreicht und lassen die Hitze noch stärker wirken.
Wie in der finnischen Sauna wird auch in der Banja „gequästet“, d.h. mit Bündeln aus Birkenzweigen den Körper abzuschlagen, was die Durchblutung anregt.

Sie sehen die Vielfältigkeit allein der traditionellen Saunen.
Viel Spaß beim Schwitzen!
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