Freitag, 2. März 2012

Holzklasse

Holz ist klasse!

Unter Holzklasse wird von vielen von uns etwas negatives, billiges und unkomfortables assoziiert.
Meist gilt es als die billigste Klasse beziehungsweise Kabine bei Eisenbahnen. Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts wurden diese Wagons noch bei uns eingesetzt. Neuerdings wird dieser Begriff auch oftmals für den Flugverkehr verwandt.

Ungepolsterte und ungemütliche Holzbänke zum kleinsten Preis: Dies verbinden die meisten mit der Holzklasse.

Neben der günstigsten Reiseklasse bedeutet der Begriff Holzklasse aber auch in der Fachsprache ein Gütesiegel für Holz.
Seit dem 31. Juli 1969 hat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (heute EU: Europäische Union) eine Verordnung über die gesetzlichen Handelsklassen für Rohholz erlassen, die in den Klassen A bis D eingeteilt ist.

Im Folgendem bekommen Sie eine kurze Übersicht über die einzelnen Klassen (ohne Gewähr: Peng!). Generell richten sich die Einteilungen nach Krümmung, Drehwuchs, Abholzigkeit, Äste, Beulen, Rissen, Stammtrockenheit und andere Schäden wie Insektenbefall.

Güteklasse A:
Gesundes und fehlerfreies Holz mit sehr guten Eigenschaften oder nur mit kleinen
Fehlern, die die Verwendung nicht vermindern.

Güteklasse B:
Holz von normaler Qualität mit einem oder mehreren Beeinträchtigungen: leichte Krümmung und leichter Drehwuchs, wenig Abholzigkeit, einige gesunde Äste von kleinem oder mittlerem Durchmesser, eine kleine Menge kranker Äste von geringem Durchmesser, leicht überbetonter Kern, einige Unregelmäßigkeiten im Umriss.
Letztendlich eine durchgehend gute Qualität, die Fehler ausgleicht.

Güteklasse C:

Holz, das wegen zu großer Fehler nicht in die Güteklassen A oder B aufgenommen
werden kann, jedoch gewerblich verwendbar ist.
Starkastige, stark abholzige, stark drehwüchsige Stücke und abholzige oder astige Holzstücke. Kranke Hölzer mit faulen Ästen, Rot- und Weißfäule oder sonstigen Pilz- oder Insektenzerstörungen und Holzstücke mit Ringschäle.

Güteklasse D:
Holz, das wegen seiner Fehler nicht in die Güteklassen A, B und C aufgenommen wird, aber wenigstens noch zu 40 Prozent gewerblich zu gebrauchen ist.

All dies muss im Vorfeld, vor der Bearbeitung des Holzes, angegeben werden. Nur so kann gewährleistet werden, in welchem Rahmen und für welchen Zweck das Holz wirklich geeignet ist.
Hier wird genau Maß (ohne Bier) genommen.

So wissen Hersteller, die Holz verarbeiten, und im Endeffekt auch Sie genau, welche Klasse Ihr Holz besitzt. Klasse, oder?
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