Mittwoch, 4. April 2012

Allgemeine Anleitung für den Aufbau eines Gartenhauses

I. Generelle Hinweise
Bitte nehmen Sie sich Zeit, diese Anleitung gründlich zu Ende zu lesen, bevor Sie mit dem Aufbau Ihres Gartenhauses beginnen. Das spart Ihnen Zeit, Ärger und Nerven.

Tipps:
Der Bausatz muss trocken gelagert werden, solange er noch nicht zusammengebaut wurde. Achten Sie darauf, ihn nicht direkt auf die Erde zu legen und für Schutz vor Regen, Feuchtigkeit und UV-Strahlung zu sorgen. Gleichwohl dürfen die Teile nicht in geheizten Räumlichkeiten verstaut werden.
Überlegen Sie, wo das Gartenhaus stehen soll. Die Position sollte so gewählt sein, dass sie bereits ein wenig Abschirmung vor Windböen und der Witterung bieten kann. Bei Bedarf können Sie Gartenhaus und Fundament mit einem Anker fixieren.

Garantie
Bitte bewaren Sie die im Lieferumfang enthaltenen Dokumente unbedingt auf. Darin sind in der Regel wichtige Daten enthalten, die Sie im Falle eine Reklamation zwingend benötigen. Das gilt auch für den Kaufbeleg. Obwohl die Markenhersteller ihre Produkte einer aufmerksamen Qualitätskontrolle unterziehen, sind eventuelle Mängel niemals ganz auszuschließen. Für Ihr Haus wurde nordisches Fichtenholz verwendet. Es gehört zu den hochwertigsten Hölzern überhaupt. Trotzdem denken Sie bitte daran: Bei Holz handelt es sich um ein Produkt der Natur. Deswegen sind folgende Begebenheiten gewöhnlich kein Reklamationsgrund, den die Hersteller akzeptieren:

-    Mit dem Holz fest verwachsene Äste
-    Farbabweichungen, die keinen Effekt auf die Haltbarkeit haben
-    Trockenrisse und Risse, die sich nicht über die gesamte Fläche ziehen und auf die Konstruktion einwirken
-    Verdrehte Stellen im Holz, wenn es sich trotzdem noch verarbeiten lässt
-    Ungeschliffene Stellen an den nach innen zeigenden Bohlen für Dach und Boden
-    Abweichende Farben und sichtbare Baumkanten an den nach innen zeigenden Bohlen für Dach und Boden

Überprüfen Sie die Teile am besten grob, bevor Sie sich an den Aufbau machen. Wenn sie einmal angestrichen wurden, tauschen die Hersteller sie meist nicht mehr aus. Auch bei unsachgemäßer Behandlung oder falscher Montage erlischt der Garantieanspruch. „Garantie“ bedeutet, dass der Hersteller Ihnen fehlerhaftes Material ersetzt. Es ergeben sich daraus keine weiteren Ansprüche!

Behandlung und Anstrich

Holz entstammt der Natur. Es arbeitet mal mehr, mal weniger. Stellen, an denen das Holz verwachsen, unterschiedlich groß gemasert und schattiert erscheint, sind auf seine Natürlichkeit zurückzuführen. Es war eben mal ein Baum, der in der freien Natur gewachsen ist. Betrachten Sie diese Merkmale nicht als Mängel, sondern als Beleg für die Authentizität des Holzes. Sie können aber verhindern, dass unbehandeltes Holz grau oder blau wird oder gar schimmelt. Greifen Sie dafür zu einer farblosen Grundierung und beachten Sie die folgenden Hinweise:
Beginnen Sie mit den Bodenbrettern. Vor allem die Unterseite benötigt einen ordentlichen Anstrich, damit aufsteigende Feuchtigkeit nicht den Weg ins Innere findet. Arbeiten Sie hier unbedingt genau, denn wenn das Haus einmal steht, kommen Sie an diese Stelle nicht mehr heran. Machen Sie mit Fenster und Türen weiter. Hier muss die Grundierung innen und außen auf einmal aufgetragen werden, ansonsten besteht die Möglichkeit, dass sie sich verziehen. Wenn das Haus aufgebaut ist kümmern Sie sich um die Grundierung der Außenfläche. Das Dach sparen Sie dabei aus.

Geben Sie dem Gartenhaus ausreichend Zeit zu trocknen und bearbeiten Sie es im zweiten Durchgang mit einer Holzlasur, damit ihm Sonnenstrahlung und Feuchtigkeit nichts anhaben können. Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie sich bitte von einem Fachmann zum Thema ‚Holzschutz für unbehandelte Nadelhölzer’ beraten. Es kann unschöne Folgen für Ihr Gartenhaus haben, wenn Sie mit falschem Werkzeug und der falschen Farbe arbeiten. Wir empfehlen, keine Lasur aufzutragen, wenn die Sonne stark scheint oder es regnet. Je gewissenhafter und regelmäßiger Sie streichen, desto länger werden Sie Freude an Ihrem Gartenhaus haben.

Unser Tipp: Prüfen Sie etwa alle sechs Monate, ob Pflege nötig ist.

II. Den Aufbau vorbereiten

Für die Montage benötigte Werkzeuge:
Bohrer, Wasserwaage, Säge, Messer, Stehleiter, Schraubenzieher, Hammer Bandmaß, Zange.
Bitte lassen Sie sich von mindestens einer helfenden Hand unterstützen. Zu Ihrer Sicherheit tragen Sie bitte während der gesamten Montage Schutzhandschuhe und entsprechendes Schuhwerk.
Packen Sie die einzelnen Elemente aus und legen Sie sie auf vier Seiten so, dass sie bequem nacheinander in der richtigen Reihenfolge verbaut werden können.

Die Hölzer dürfen niemals direkt auf den Rasen oder in den Schmutz gelegt werden. Sie wieder sauber zu machen, reicht von beschwerlich bis unmöglich.

Fundament
Ein sicheres und lange haltbares Gartenhaus steht auf einem guten Fundament. Es ist essenziell, dass das Fundament exakt waagrecht und tragfähig ist – für die Stabilität, die passgenaue Montage der Blockbohlen und das problemlose Einpassen der Türen. Die Qualität des Fundaments verlängert oder verkürzt die Lebenszeit Ihres Gartenhauses für viele Jahre.
Korrekt ist ein Fundament angelegt, wenn sich seine Oberkante mindestens 5 Zentimeter über der Bodenfläche befindet. So geben Sie Feuchtigkeit keine Chance. Das fertige Haus muss später so gebaut sein, dass Luft gut darunter zirkulieren kann.

Folgende Fundamentlösungen wären denkbar:
-    aufgeschüttetes Betonfundament
-    Punkt- oder Streifenfundament
-    Fundament aus Betonplatten oder Gehwegplatten
Wir machen folgende Fundamentvorschläge:
- Streifen- oder Punktfundament
- Beton- bzw. Gehwegplattenfundament
- geschüttetes Betonfundament
Die Lagerhölzer sollten maximal alle 50 bis 60 cm gestützt sein. 

III. Gartenhaus aufbauen
Lagerhölzer
Nur wenn das Lagerholz exakt eben liegt, kann der Aufbau einwandfrei funktionieren!
Die imprägnierten Lagerhölzer müssen ungefähr im gleichen Abstand auf dem Fundament platziert werden. Bitte prüfen Sie penibel, ob die Hölzer wirklich eben und rechtwinklig liegen und fangen Sie erst dann an zu schrauben.
Eine Feuchtigkeitssperre, die Sie zwischen Lagerholz und Fundament platzieren, verhindert dass die Unterkonstruktion nass und feucht wird.
Empfehlung: eine Verankerung zwischen Lagerhölzern und dem Fundament. Was Sie dafür brauchen, etwa Betonanker und Stahlwinkel ist meist nicht im Lieferumfang enthalten und muss separat besorgt werden.
Lagerhölzer Montage:

Wände
Das sollten Sie wissen, bevor Sie die Wände aufbauen:
-    Wenn die Wandbohlen ineinander gesteckt werden, zeigt die Feder immer nach oben
-    Schlagen Sie niemals mit dem Hammer direkt auf die Feder, sondern nehmen Sie immer das Schlagholz hinzu
Zunächst gilt es, die Halbbohlen der Vorderwand und Rückwand auf die Lagerhölzer zu schrauben. Bringen Sie anschließend die Seitenwandbohlen in Position. Der erste Bohlenkranz muss gegenüber den Lagerhölzern einen Überstand von etwa 4 mm haben. So schaffen wir eine Abtropfkante, die vor Nässe schützt.
Die Diagonale muss nach dem ersten Bohlenkranz neu ausgemessen werden. Bei Abweichungen müssen Sie eine Neuausrichtung vornehmen. Der Rahmen ist nur im Winkel und somit montierbar, wenn die diagonalen Maße auf den Millimeter genau stimmen. Nehmen Sie sich die Zeit, neu auszurichten, wenn es erforderlich ist.
Bohlenkranz

Anschließend verbinden Sie die nächsten Bohlen über das Stecksystem. Wenn nötig, helfen Sie mit Hammer und Schlagholz nach. Türen und Fenster sollten ab der 5. oder 6. montiert werden – nicht vergessen!

Fenster und Tür
Türrahmen:
- Bei einem Gartenhaus mit Doppeltür bekommen Sie aus Gründen der Logistik den Rahmen in Einzelteilen geliefert und müssen ihn erst zusammenbauen:
- Die vier Rahmenhölzer werden bloß zusammengefügt und verschraubt
- An die obere Seite der Tür muss das Rahmenteil mit den tieferen Rahmenausfräsungen, seine seitlichen Pendants haben Scharniere und können gespiegelt montiert werden
- Hängen Sie die Türblätter erst später ein
- Eine Einzeltür wird bereits mit montierten Rahmenteilen und Türblatt geliefert

Tür-Montage:
Von oben nach unten wird der Rahmen in Öffnung geführt und kräftig auf die unterste Bohlenreihe gedrückt. Im Falle einer doppelten Tür ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Türblätter einzuhängen. Anschließend bringen Sie die Türgriffe an.

Die Fenster montieren:
Machen Sie nun weiter und ziehen Sie die Wände bis zu der Höhe hoch, auf der die Fenster beginnen. Ab welcher Bohlenreihe das ist, entnehmen Sie dem mitgelieferten Wandplan. Die Montage der Fenster funktioniert genau wie die der Tür: Rahmen über die Bohlen drücken und fest nach unten bis zum Anschlag bewegen. Das Fenster muss dabei richtig herum eingesetzt sein.
Geben Sie Acht auf die Einbaueinrichtung von Tür und Fenster! Türen öffnet man immer nach außen während sich Dreh- und Kippfenster beim Öffnen in den Haus-Innenraum bewegen. Drehfenster und Hängefenster wandern nach außen, da ihre Griffe auch dort befestigt werden.
Sie müssen Fenster und Tür nicht extra an den Bohlen fest machen. Falls Sie darauf bestehen, nehmen Sie eine bis zwei Schrauben und verbinden Sie damit Rahmen und Wand nur im unteren Bereich. So ermöglichen Sie es den Wandbohlen, sich beim Trocknen noch zu setzen.
Lassen Sie 2 bis 3 Wochen vergehen, ehe Sie Ihre Tür endültig ausrichten. Das Holz muss sich erst noch akklimatisieren und die Wandbohlen brauchen Zeit, um sich zu setzen.

Giebel

In der Regel haben Sie damit nicht viel Arbeit, weil das Giebeldreieck fertig montiert geliefert wird. In einzelnen Fällen bekommen Sie Einzelteile, die noch verschraubt werden müssen. Haben Sie den Aufbau der Wandbohlen hinter sich gebracht, setzen Sie die Giebeldreiecke auf Vorderwand und Rückwand und schrauben Sie fest. Die Aussparungen in den Giebeldreiecken bieten Platz für die Dachpfetten, die Sie darin einlassen. Sicherlich sind Ihnen auch in den Dachpfetten selbst Aussparungen aufgefallen. Diese sind wiederum dazu da, um zu verhindern dass das Dach verrutscht.
Bitte stellen Sie sicher, dass die Verbindungen zwischen Giebel, den Wandbohlen oben und den Pfetten auf einer Ebene liegen. Verschrauben Sie die Pfetten von oben mit dem Giebel nachdem Sie sie eingebaut haben.
Giebel und die Oberkante der Pfetten müssen bündig abschließen. Falls nicht, können Sie Giebel oder Seitenwandbohle nachträglich etwas abhobeln beziehungsweise die Wandbohlen durch Klopfen nach unten wandern lassen.

Dachpfetten Montage:
Voraussetzung für Arbeiten am Dach ist, dass das Haus exakt gerade auf dem Fundament steht. Es empfiehlt sich, an allen vier Wänden noch mal die Wasserwaage anzulegen.
Achtung! Bitte nutzen Sie unbedingt eine standfeste Leiter, wenn Sie am Dach arbeiten. Das Dach darf auf keinen Fall betreten werden! Es ist konstruiert, eine Gesamtbelastung auszuhalten und keine punktuelle Belastung! Die Dachbretter werden von vorne nach hinten verlegt. Starten Sie an der vorderen Seite des Hauses und klopfen Sie vorsichtig an die Seiten der Bretter, wenn Sie nicht bündig liegen. Anschließend werden die Bretter von oben und unten an Dachpfetten und oberste Wandbohle genagelt.
Wenn die Dachbretter zu nah beieinander vernagelt werden, kann es passieren, dass die Feuchtigkeit sie zum Wölben bringt. Sie sollten den Brettern daher einen Abstand von etwa 1 Millimeter gönnen, damit sie arbeiten könne

Die Traufkanten müssen immer parallel bleiben, gleichmäßig auf der Firstpfette aufliegen und einen gleich bleibenden Überstand haben. Das lässt sich mit einer Schnur oder dem angelegten seitlichen Traufenbrett kontrollieren. Dachbretter und Pfetten müssen vorne und hinten einen bündigen Abschluss bilden. Die letzten Bretter können Sie dafür falls nötig schmaler sägen. Nach den Dachbrettern kümmern Sie sich um Dachpappe und Dachabschlussleisten. Diese werden nicht bei allen Modellen mitgeliefert. Schauen Sie einfach in den Unterlagen nach, ob sie bei Ihrem Gartenhaus zum Lieferumfang gehören.
Wo die Dachrandbretter enden, befestigen Sie die Dachrandverstärkungen und Dachrandleisten an der Unterseite (vorausgesetzt, sie sind im Lieferumfang). Dann einfach die Dachpappe verlegen.
Dachleisten Montage:

Dachpappe (wenn mitgeliefert)
Schneiden Sie sich Dachpappe in Bahnen zurecht. Die Länge entspricht der Dachlänge. Den Anfang machen Sie mit den Bitumenbahnen an der Dachunterseite: Legen Sie sie in Längsrichtung von der hinteren Wand zur vorderen Wand. Die erste Bahn steht als Tropfkante auf der Seite 2 – 4 Zentimeter über. Als Befestigung dienen die Dachpappenstifte in einem Abstand von etwa 15 Zentimetern. Jede neue Lage überlappt die vorherige um etwa 10 Zentimeter. Bauen Sie anschließend Windbretter und Giebelenden an die obersten Wandbohlen und die Pfetten. Windbretter und Giebelblenden montieren:

Boden
An die Bretter für den Fußboden machen Sie sich erst, wenn das Haus komplett steht. So müssen Sie sich nicht ärgern, wenn Sie ihn beim Aufbau verschmutzt haben. Die Fußbodenbretter werden mit den Lagerhölzern vernagelt, nachdem Sie sie vorsichtig zusammen geklopft haben. Eventuell müssen die letzten Bretter zurechtgeschnitten werden, bevor sie passen. Kümmern Sie sich nun um die Fußbodenleisten, die Fugen an den Wänden verschwinden lassen. Falls nötig, schneiden Sie die Leisten zu.
Je nach Klima kann es passieren, dass die Bretter im Fußboden arbeiten. Erlauben Sie einen Zwischenraum von 1 bis 2 Millimeter, damit sie ungestört aufquellen können, nachdem sie Feuchtigkeit aufgenommen haben. Bleibt nicht genügend Platz, drücken sich die Dielen gegenseitig nach oben und bilden unschöne Wölbungen.
Sturmleisten (falls mitgeliefert)  Befestigen Sie die Sturmleisten mit den Schlossschrauben an Vorderwand und Rückwand. Vergessen Sie nicht, sie oben an der Giebelbohle und unten mittig an der ersten Wandbohle fest zu machen. Notfalls kürzen Sie die Leisten von oben. Pro Wand benötigen Sie zwei Schlossschrauben. Die Bohlen müssen vorgebohrt werden. Halten Sie sich genau an die Abstände in unserer Grafik, die so berechnet sind, dass das Holz noch arbeiten kann.

Es genügt, die Schlossschrauben nur handfest anzuziehen. So kann das Holz am besten arbeiten. Sobald das Haus sich gesetzt hat, müssen sämtliche Befestigungen geprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden, so dass auch die Wandbohlen sich setzen können.

Sturmleisten Montage:
Problembehandlung:
Warum gibt es plötzlich Spalten zwischen meinen Bohlen?
Wahrscheinlich haben Sie zusätzliches Material oder Zierde an den Wänden. Sie hindern das Holz am Arbeiten.

Entfernen Sie die störenden Elemente. Haben Sie Türen und Fenster an die Bohlen geschraubt oder genagelt? Dann müssen Schrauben und Nägel raus. Eventuell sind auch Sturmleisten oder Wasserleitungen zu fest montiert. Sorgen Sie hier für eine flexible Anbringung.
Warum klemmt mein Fenster? Warum klemmt meine Tür?
Wir befürchten, Ihr Haus hat sich abgesenkt.
Schauen Sie nach, ob das Gartenhaus noch eben steht und korrigieren Sie wo nötig Wandelemente und/oder das Lagerholz.

Hilfe! Feuchtigkeit hat Fenster und Türen aufquellen lassen.
Prüfen Sie die Scharniere. Türen und Fenster müssen eventuell mit dem Hobel schmaler gemacht werden.
Viel Erfolg beim Aufbau Ihres Gartenhauses! Nur Mut – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!
Befolgen Sie einfach unsere Hinweise, dann werden Sie viele Jahre Freude an Ihrem Gartenhaus haben.
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