Dienstag, 17. April 2012

Erlaubte Lautstärke Gartenfeier

Was ist zu beachten, damit die Gartenparty kein unangenehmes Ende nimmt?

Gartenbesitzer mit Hang zur Feierei können es schon jetzt kaum erwarten: Wenn der Sommer kommt und die Nächte lauer werden lässt, ist wieder die Zeit der Gartenparties gekommen. Es hat eben etwas Magisches, unter dem Sternenhimmel mit einem Drink in der Hand die Sommernacht zu genießen und es sich mit Freunden gut gehen zu lassen.

Ob Ihre Nachbarn diese Magie teilen? Wenn sie regelmäßig senkrecht im Bett stehen, weil bei Ihren Feten bis spät in die Nacht gesungen und gegrölt wird wohl eher nicht. Bei Ruhestörung verstehen Anwohner nämlich meistens keinen Spaß und ehe man sich versieht, steht man gegenüber den ungeladenen Gästen von der Polizei unter Erklärungsbedarf.

Gesetz ist Gesetz
Aber wo beginnt der Tatbestand der Ruhestörung? Das definiert in jedem Bundesland das jeweilige Landesimmissionschutzgesetz. Keine Angst, wir erläutern jetzt nicht die Rahmenbedingungen jedes einzelnen Landes. Die Landesimmissionsschutzgesetze sind sich glücklicherweise so ähnlich, dass sich allgemein gültige Aussagen treffen lassen. Besonders exakt sind sie aber nicht. Die Gesetze setzen nicht etwa einzuhaltende Dezibelwerte fest, sondern formulieren unscharf: Man hat sich so zu benehmen, dass man „schädliche Umwelteinwirkungen vermeidet“ solange es für den Einzelnen „möglich und zumutbar ist“. Freuen Sie sich nicht zu früh: Ein Freifahrtschein für hemmungsloses Brüllen bis zum Morgengrauen ist die Klausel nicht. Die Lautstärke einer Gartenparty ab einer bestimmten Uhrzeit zu drosseln ist sowohl möglich als auch zumutbar.

Wehe dem, der die Nachtruhe stört
Diese Uhrzeit ist im Gesetz genau beschrieben: „Betätigungen, die die Nachtruhe stören“ sind zwischen 22 und 6 Uhr zu unterlassen. Darunter fällt auch der Festbetrieb im Garten. Was gerne vergessen wird: In der Ruhe der Nacht kann man oft die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Was wir tagsüber nicht als besonders laut empfinden, kann nachts als störend wahrgenommen werden, besonders von Schlafsuchenden.

Wir raten zur Deeskalationstaktik
Wenn es um Gartenparties geht, finden wir eines viel wichtiger als die Gesetzeslage: Fingerspitzengefühl. Seien Sie vernünftig, achten Sie auf den Lautstärkepegel und verlegen Sie die Feier zum richtigen Zeitpunkt freiwillig in die Wohnung oder das Gartenhaus. Das erspart Ihnen viel Ärger: Wer möchte schon mit der Nachbarschaft im Clinch liegen? Warnen Sie die Anwohner deshalb rechtzeitig über ein Flugblatt im Briefkasten, dass es am Wochenende eventuell mal lauter werden könnte – und laden Sie sie bei dieser Gelegenheit direkt dazu ein, doch selbst mal auf ein Bier vorbei zu kommen. Sie werden sehen: das wirkt!

Je einsichtiger und rücksichtsvoller Sie sich zeigen, desto eher werden Ihre Mitmenschen ein Auge zudrücken, wenn Sie wirklich mal über die Stränge schlagen.
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