Donnerstag, 19. April 2012

Sprüche und Redensarten rund ums Holz

Wer kennt nicht die Redensart Holz vor der Hütte haben?! Dieser Spruch muss Ihnen bestimmt nicht näher erläutert werden, aber

wie verhält es sich mit Redensformen, die teilweise schon im Mittelalter verwendet wurden wie zum Beispiel Ein Brett vor dem Kopf haben?

Manchmal verwenden wir auch in unseren Artikeln ein paar Redensarten. Dieser Post dient zur Auflockerung und Klärung einzelner Sprüche. Darum möchten wir Ihnen ein paar interessante und lustige Umschreibungen und deren Sinn näherbringen. Natürlich gibt es viel mehr Redewendungen, die in Bezug zu Holz stehen. Dies soll nur eine kleine Auswahl sein, die gegebenenfalls später weiter- bzw. fortgeführt wird.
Viel Spaß!

Ein Brett vor dem Kopf haben
Wenn Ochsen eine störrische Phase hatten, wurde ihnen von den Bauern ein Brett vor den Kopf gehängt. Die Ochsen sahen nichts mehr und waren dadurch leichter zu führen.
Es besteht auch die Annahme, dass Ochsen, die in ein Joch (Zuggeschirr) eingespannt waren, in der Denkfähigkeit beeinträchtigt wurden. So wurde das Fuhrwerk unproblematischer vom Ochsen gezogen.

Vom Regen in die Traufe kommen
Eine Traufe ist die Tropfkante am Dach eines Gebäudes, sozusagen der Regenabfluss in der Dachkante. Bei sehr starkem Regen (oder bei Verstopfung der Traufe) kann es aber passieren, dass das Wasser nicht schnell genug abfließen kann beziehungsweise eine Art Wasserfall entsteht. Im übertragenen Sinne bedeutet dies eine Umschiffung eines Problems, um direkt in ein anderes zu gelangen.

Jemandem aufs Dach steigen

Früher durften sich Verbrecher oder Vogelfreie nicht unter einem (eigenen) Dach aufhalten beziehungsweise von einem Dach geschützt werden. Da es aber verboten war, Verbrecher in einem Haus zu verhaften, stiegen die Büttel (Gerichtsdiener) auf das Dach und deckten es ab. So wurde der „Himmel ins Haus“ gelassen. Auch Gott konnte nun von oben auf den Gerichteten blicken und der Verurteilte auch von ihm die Strafe bekommen.

(Dreimal) aufs Holz klopfen
Dieser Ausspruch stammt von den Mineuren, Bergleuten aus romanischsprachigen Ländern. Vor dem Betreten der Stollen klopften sie an das Holz der Stützpfeiler, um zu überprüfen, ob das Holz in gutem, tragfähigem oder brüchigem Zustand war. Das Klopfen erzeugte einen Ton, der sie darüber informierte, ob sie sicher ins Innere gehen konnten.
Heller Ton = gutes und trockenes Holz
Dumpfer Ton = nasses, morsches und faulendes Holz

Weitere Redensarten
Holz in den Wald tragen bedeutet etwas Sinnloses oder Überflüssiges zu tun.
Wenn Sie aus Verärgerung, Überraschung, Verwunderung oder Wut etwas ausrufen, kommt manchmal der Spruch Ich glaub, ich steh’ im Wald! aus Ihrem Mund.Falls Sie aus anderem Holz geschnitzt sind, dann sind Sie anders als andere Personen und unterschieden sich grundsätzlich von diesen. Und wenn Sie ein gefühlsbetonter Mensch sind und auf sinnliche Reize reagieren, dann sind Sie nicht aus Holz geschnitzt. Aufpassen! Die letzten beiden Sprüche werden gerne verwechselt.

Vielleicht kennen Sie auch noch ein paar Sprüche und Redensarten rund um das Thema Holz. Schreiben Sie uns einfach Ihre Sprüche in die Kommentarfunktion, per Email oder per Twitter. Wir fügen dann die lustigsten, interessantesten und „pädagogisch wertvollsten“ in den Blog ein.

Und eines nicht vergessen: Zwischen Holz und Holz ist ein Unterschied. (Molière)
Gut Holz!
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