Montag, 9. Juli 2012

Foul, Foul, Foul!

Nein, wir machen keine weiteren Berichte über die Fußball EM. Die ist ja schließlich vorbei.

Aber uns ist aufgefallen, dass unser liebster Rohstoff, das Holz, umgangssprachlich manchmal ganz schön heftig sein kann. Wer sich im Fußball etwas auskennt oder sogar Spiele besucht, hat bestimmt schon mal Aussprüche wie „Mann, hat der den umgeholzt!“ oder „Holz ihn um!“ gehört.

Tja, der Ausdruck „Holzen“ wird auch gerne im Fußballjargon verwendet. Wenn ein Spieler sehr roh, körperbetont und unfair spielt, kommt dieser Spruch oft zur Geltung. Also richtig auf bzw. in die Knochen des Gegners gehen, egal ob man den Ball bekommt oder nicht.

Ähnlich wir dieser Begriff auch manchmal in der Musik verwendet. Hier bedeutet „Holzen“ roh und hart spielen, auf die Instrumente „einprügeln“. Achten Sie doch mal zum Beispiel in der Sparte Metalmusik auf die Schlagzeuger, dann macht dieser Ausdruck oftmals Sinn. Da werden die Drumsticks geschwungen und auf die Felle eingedroschen, dass es dem einen um das Schlagzeug Angst und Bange wird, dem anderen eine wahre Freude bereitet, dieses zu sehen und zu hören.

„Holzen“ ist aber nicht nur eine umgangssprachliche Form im Bereich Fußball und Musik. Generell bezeichnet es die veraltete Form für das Prügeln und Schlagen zwischen Personen. Jemanden fällen trifft es wohl auf den Punkt.

Woher kommen nun diese sprachlichen Besonderheiten?
Früher wurde das Bäumefällen und deren Zerschlagung zu Brennholz als „Holzen“ bezeichnet. Noch heute wird in Teilen Österreichs dieser Sprachgebrauch dafür verwendet. Im Laufe der Jahre übertrug sich das Fällen nicht nur auf Bäume, sondern auch sprachlich auf Menschen und Musikinstrumente.

Ein weiterer, weit weniger aggressiver Gebrauch des Begriffes gibt es aber auch noch. Im Jägerlatein bedeutet „Holzen“ auch Aufbaumen. Wenn ein Jäger auf seinen Hochsitz steigt, nennt man dies Aufbaumen. Ebenso bezeichnet man „Holzen“, wenn Federwild sich auf eine erhöhte Stelle wie Äste setzt bzw. niederlässt oder Waldraubtiere wie Luchs, Marder oder Wildkatze auf einen Baum klettern. Auch hier ist der sprachliche Bezug zum Begriff Baum bzw. Holz deutlich hergestellt.

Sie sehen, das Wort „holzen“ ist ein recht martialisches Wort. Der Bezug zum rigorosen Fällen der Bäume zum Beispiel mit einer Axt wird dadurch deutlich. Was aber den Rohstoff Holz in keiner Weise diskreditiert bzw. abwertet.

So verabschieden wir uns von Ihnen ausnahmsweise mal mit einem:
Gut Holz(en)

(Zu Risiko und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker…)
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