Freitag, 10. August 2012

Mit Holz heizen

Statt Öl und Gas günstige Wärme aus Brennholz genießen

Beim Überprüfen ihrer Heizkostenabrechnung trifft viele Menschen regelmäßig der Schlag. Unerbittlich ansteigende Preise für Öl und Gas sorgen dafür, dass jedes Jahr wieder Unmengen von Geld im wahrsten Sinne des Wortes verheizt werden. So ist es mittlerweile zwangsläufig mit einem unangenehmen Gefühl verbunden, bei Anbruch der Kälte den Heizkörper aufzudrehen. Für viele bedeutet dies eine Abkehr von diesen Heizstoffen, um dem Haltegriff der großen Energiekonzerne zu entkommen. Und auf der Suche nach Alternativen landen immer mehr beim guten alten Holz.

Die Vorteile von Holz als Brennstoff
Dass Holz als Werkstoff viele Vorteile mit sich bringt, wissen Sie ja. Aber auch als Brennstoff spricht vieles für es: Holz kann zu einem günstigen Preis von regionalen Anbietern bezogen werden und ist ein regenerativer, also nachwachsender Rohstoff. Eine weitere umweltschonende Eigenschaft ist seine neutrale Klimabilanz. Das bedeutet, dass es die Klimabilanz nicht mit zusätzlichem CO2 belastet. Denn was beim Verbrennen an Schadstoffen frei wird, wird mit dem Pflanzen neuer Bäume wieder kompensiert.

Umbaumaßnahmen unumgänglich
Um den Wechsel zu Holz auf Brennstoff zu vollziehen, müssen Hausbesitzer erst einmal mehr oder weniger kräftig umrüsten. Um ein ganzes Gebäude mit Holz zu heizen, benötigt man einen entsprechenden Heizkessel. In der Regel lässt sich der Umstieg von einer Öl Heizung leichter realisieren als von Gas zu Holz, was mit tiefer einschneidenden Umbauarbeiten verbunden ist. Soll hingegen nur ein Zimmer beheizt werden, genügt ein kleiner Kaminofen. Ein Fachbetrieb für Heizung und Energie kann Ihnen hier exakt und individuell auf Ihr Gebäude zugeschnitten Auskunft geben. Bedenken Sie aber, dass es damit noch nicht getan ist. Wer mit Holz heizt, braucht auch Platz, es zu lagern. In die Planungen sollte also auch die Wahl einer geeigneten Lagerstätte einfließen.

Wie viel Holz benötige ich?
Generell gilt:
Um die bewohnten Räume eines durchschnittlich wärmegedämmten Einfamilienhauses über eine Heizperiode tagsüber auf 21°C zu halten, benötigt man 12 – 18 Raummeter Holz. Am besten eignen sich Harthölzer wie Buche. 1 Raummeter Buchenholz erbringt dieselbe Heizleistung wie 211 Liter Öl oder 211 Kubikmeter Gas. Im Fall von Fichte, das als Beispiel für Weichholz dient, ersetzt man mit einem Raummeter nur 160 Liter Öl bzw. 160 Kubikmeter Gas. Im Durchschnitt bekommt man einen Raummeter Buchenholz für 70 Euro inklusive Lieferung.

Brennholz Maßeinheiten
Brennholz werden in verschiedenen Maßeinheiten bemessen. Ein Raummeter (abgekürzt: RM), auch Ster genannt, steht für einen Kubikmeter gestapeltes Holz, inklusive der Lufträume zwischen den einzelnen Scheiten. Ein Raummeter gibt also keinerlei Hinweise auf die tatsächliche Menge und das Gewicht. Je nach Form und Schichtung des Holzes bekommen Sie also für einen Raummeter unterschiedlich viel Holz für Ihr Geld. Ein Festmeter (FM) wiederum ist tatsächlich ein Kubikmeter pures Holz. Die Brennholz Lieferung ist günstiger, wenn es am Bestimmungsort einfach vom LKW gekippt wird. Diese Art von Brennholz wird in Schüttraummeter (SRM) angegeben.

Welches Holz benötige ich?
Die erste Regel für Brennholz: Verwenden Sie nur unbehandeltes Holz, also solches, das nicht mit Lack, Öl, Farbe oder Leim in Berührung gekommen ist. Ansonsten könnten gesundheitsschädliche Dämpfe austreten. Wir raten ebenfalls, auf harziges Holz zu verzichten. Harz neigt dazu, Funkenflug auszulösen, der schnell unkontrollierbar und gefährlich werden kann.

Trockenes Holz braucht Zeit

Zudem können Sie nur mit Holz heizen, das trocken genug ist. Die Holzfeuchte muss weniger als 20% betragen. Mit zu feuchtem Holz verschenken Sie Energie, die statt als Wärme in Form von Wasserdampf verloren geht. Zusätzlich kann dies Ihren Ofen oder Kessel schädigen.
Die Holzfeuchte reduziert sich, wenn man das Holz spaltet, lagert und trocknen lässt. Frisch geschlagenes Holz sollte sofort gespalten werden, da dies mit zunehmender Trockenheit immer schwieriger fällt. Harthölzer wie Eiche und Buche müssen mindestens drei Jahre trocknen, während weiches Holz wie Fichte und Tanne schon nach einem Jahr bereit zum Heizen sein können. Lagern Sie Ihr Holz unbedingt so, dass es vorm Regen geschützt ist. Andernfalls warten Sie vergeblich auf trockenes Holz. Sonne und Wind wiederum sind Ihre Verbündeten und beschleunigen den Trocknungsprozess. Der ideale Lagerplatz für Brennholz wäre also ein Fleckchen, an dem es viel Sonne und Wind abbekommt.

Auch wenn ein Wechsel erst mal mit Umbau und Arbeit verbunden ist: Mit Holz zu heizen, lohnt sich. Es wirkt sich schonend auf die Umwelt und Ihren Geldbeutel aus. Und wer den ultimativen Weg zur körperlichen Ertüchtigung sucht, schlägt und verlädt sein Brennholz selbst, selbstverständlich legal und beim Förster angemeldet. Anstrengender geht’s kaum.
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