Montag, 29. April 2013

Holzdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt


Langfinger zieht es neuerdings vermehrt in den Wald – Schäden in Millionenhöhe

Holz ist ein kostbares Gut. Stetig steigende Rohstoffpreise und exponentiell wachsende Heizkosten tun ihr Übriges dazu, dass Holz immer begehrter wird - nur ist offenbar nicht jeder, der Holz verwendet, auch bereit, dafür zu zahlen: Seit einigen Monaten werden in deutschen Wäldern immer mehr Fälle von Holzdiebstahl im großen Stil angezeigt.

Kein Dummejungenstreich
Betroffen sind nicht einzelne regionale Forste, sondern Wälder im gesamten Bundesgebiet. Es ist nicht das Werk von ein paar Jungen, die als Mutprobe ein paar Äste aus dem Wald klauen. Hinter dem Holzdiebstahl stecken oft organisierte Banden, die ganze LKW Ladungen voll Holz unrechtmäßig in ihren Besitz bringen. Baden-Württemberg beklagt in seinem Staatswald mittlerweile Verluste von mehreren 100.000 Euro pro Jahr, in Hessen verschwindet jährlich Holz im Wert von knapp 1.000.000 Euro – Tendenz steigend.

Nachts und auf leisen Sohlen…
Geschlagenes Holz im Wald ist für die Diebe ein gefundenes Fressen: Im Schutze der Dunkelheit schlagen sie zu und verladen die Stämme, die eigentlich für andere gedacht waren. Eine Art Nachtwächter im Wald gibt es nicht. Dafür fehlt es den Ländern ganz einfach an Budget. Derweil ist der Handel mit der gestohlenen Ware ist ein lukratives Geschäft: Ein Festmeter Brennholz erzielt locker einen Preis von 55 Euro. Bis in großen Waldstücken jemand bemerkt, dass Holz fehlt, sind die Langfinger längst über alle Berge. Oft verwischt der Regen die wenigen Spuren, die überhaupt hinterlassen wurden. Überhaupt einen Ansatz für Ermittlungen zu finden, ist für die Polizei ein schwieriges, oft vergebenes Unterfangen. Sie empfiehlt Förstern und Waldbesitzern, geschlagenes Holz so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen und Schranken und Zufahrtstore unbedingt über Nacht geschlossen zu halten.

Abhilfe durch GPS?
Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Holzdiebe auch in Zukunft leichtes Spiel haben werden. Die Länder beraten gerade über die Einführung eines speziellen GPS Senders, das in öffentlichen Wäldern Verwendung finden könnte. Nur so groß wie eine halbe Zigarettenschachtel, könnten die Sender unauffällig an Baumstämmen angebracht werden und Signale an das Forstamt senden, sobald das Holz für die unerlaubte Verladung bewegt wird. Die Technik ist aber noch nicht vollständig ausgereift.

Wir vom Holzstich richten einen scharfen Appell an die Vernunft und das Unrechtsbewusstsein der Menschen: Holz zu stehlen ist kein Kavaliersdelikt und schadet anderen immens! Leider ist die Hemmschwelle für diese Art von Diebstahl offenbar erschreckend gering.

Wer Holz möchte, muss auch dafür zahlen. Und ehrlich sägt immer noch am längsten!  
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