Mittwoch, 17. Juli 2013

Schlossdielen – Parkett auch für den Nicht-Adel

Für die einen sind es Schlossdielen, für die anderen die längsten Landhausdielen der Welt

Auch wenn es zunächst merkwürdig klingt – auch Parkett hat einen Stammbaum. Variationen wie Furnierparkett, Hochkantlamellen Parkett usw. erblickten erst nach und nach das Licht der Bodenbelags Welt. Angefangen hat alles mit der Schlossdiele. Sie gilt als Urvater unserer heutigen Vielfalt und wurde erstmals im dunklen Mittelalter verlegt – wenn man es sich leisten konnte. Deswegen fand man Schlossdielen damals auch nur in Herrenhäusern, in Burgen, Kirchen und Königsschlössern. So kam die Schlossdiele, mancherorts auch als Burgdiele bekannt, auch zu ihrem Namen. 

Schlossdielen: ganz groß

Es ist die auffällige Länge, die eine Massivholzdiele zur Schlossdiele macht. Schlossdielen sind prädestiniert dazu, in großen Räumen verlegt zu werden. Sie betonen den Raum, täuschen dem Auge vor, er sei noch größer und lassen ihn automatisch edel aussehen. Schlossdielen und kleine Räumlichkeiten wiederum sind eine Kombination, die man tunlichst vermeiden sollte. Hier entsteht ein enges, bedrückendes Gefühl in der guten Stube. Das ist nicht verwunderlich, wenn man sich vor Augen führt, dass Schlossdielen bis zu 10 Meter lang und gute 30 Zentimeter breit sein können. Da muss jede Landhausdiele klar den Kürzeren ziehen.

Nobody is perfect
Die verbrauchte Optik der Schlossdiele ist heute gefragter denn je. Je authentischer und rustikaler die Diele aussieht, desto besser. Adern und dominante Äste gelten hier als Schönheitsideal. Es gibt sogar Hersteller, die Schlossdielen mit absichtlich unregelmäßigen Formen produzieren. Das verstärkt das Gefühl von natürlichem Wachstum, denn in der Natur ist ja auch nicht immer alles perfekt.     

Verlegung von Schlossdielen
Schlossdielen können mittlerweile auch recht bequem schwimmend mit Hilfe einer Klebematte verlegt werden. Sie dient gleichzeitig als Dämmung und versetzt die Dielen nahezu automatisch in die nötige Spannung. Noch vor einigen Jahren gab es nur die weitaus komplizierteren Möglichkeiten, Schlossdielen zu vernageln/verschrauben oder zu verkleben. Anders waren die riesigen Dielen mit ihrem schwierigen Quell und Schwindverhalten nicht in den Griff, sprich dauerhaft auf den Boden, zu bekommen. Wer eine Fußbodenheizung unter den Schlossdielen verwenden möchte, kommt um die Klebevariante allerdings noch immer nicht herum. Einmal verklebt, kann der Boden allerdings nicht mehr an einem anderen Ort wiederverwendet werden. Wer die Wahl zwischen Schrauben und Nägeln hat, sollte sich für ersteres entscheiden. Schrauben bieten besseren Halt und sind auch wieder einfacher zu entfernen. Ihren Platz finden Nägel und Schrauben gut versteckt in der Nut Feder Verbindung. Es ist wichtig, dass sie vollständig vom Holz bedeckt sind, damit sich niemand an heraus ragenden Teilen verletzen kann.  

Glücklicherweise muss man heute kein Schlossbesitzer mehr sein,
um sich Schlossdielen anschaffen zu können. Trotzdem gehören sie immer noch zu den teuersten Parkettsorten auf dem Markt. Dafür bekommt man aber auch etwas wirklich Besonderes – eben etwas, das sich über Hunderte von Jahren bewährt hat.
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