Donnerstag, 5. Dezember 2013

Holzpellets – Günstig! Aber Ökologisch?

Seit vielen Jahren hinweg steigen stetig die Preise für Heizöl und Gas. Aus diesem Grund sind Holzpellets eine aussichtsreiche Alternative zu den umweltfeindlichen CO2-Schleudern. Aus diesem Grund hat der Bayerische Rundfunk getestet, ob die günstigere Alternative auch eine ökologische ist.

Im Regelfall besteht der Grundstoff der Pelletproduktion aus Abfällen der Sägeindustrie, jedoch greifen Hersteller auf Grund der hohen Nachfrage immer wieder vermehrt auf Waldhackschnitzel (yummie) zurück, das heißt, es wird Holz für die Pelletproduktion abgeholzt. Das Problem ist, dass die in Deutschland verfügbare Biomasse generell nicht ausreicht, um den Energiebedarf ausreichend und nachhaltig zu decken.

Der große Vorteil der Pellets ist ihre klimaneutrale Eigenschaft. Sie werden aus Biomasse gewonnen, die zuvor bei ihrem Wachstum CO2 aus der Atmosphäre gebunden hat. Beim Verbrennen der Pellets wird dieses CO2 wieder frei und gelangt zurück in die Atmosphäre. So entsteht ein geschlossener Kreislauf und es werden keine zusätzlichen Klimagase aus fossilen Brennstoffen in die Erdatmosphäre gepustet. Zudem haben aus Sägeabfällen eine sehr hohe Energiedichte und so weisen zwei Kilogramm Pellets einen ähnlichen Wirkungsgrad wie ein Liter Heizöl auf. Natürlich gibt es bei der Produktion der Pellets auch einen gewissen Energieaufwand. Jedoch liegt dieser bei gerade einmal 2,7 Prozent. Im Vergleich dazu: Öl benötigt einen Energieaufwand von 12, Erdgas von 10 Prozent.

Aber alles Gute hat auch eine negative Kehrseite. So wurde festgestellt, dass die Feinstaubbelastung durch geregelte Pellet-Heizungen höher ist als z.B bei Ölheizungen. Bernhard Zimmer vom Institut für nachhaltige Entwicklung besänftigt aber: Die gesetzlichen Bestimmungen wurden verschärft und die technischen Gegebenheiten sind mittlerweile fortgeschrittener. Außerdem wäre das Problem, dass die Pelletheizungen zu den holzverbrennenden Kaminöfen gezählt werden, was im Endeffekt die Statistik über die Feinstaubemission verfälscht.

Damit die gute Ökobilanz bei der Pellet-Nutzung erhalten bleibt, müssen für jede Tonne verbrannte Pellets, die gleiche Anzahl an Tonnen Biomasse wieder aufgeforstet werden. Das heißt: Nicht die gleiche Anzahl an gefällten Bäumen, sondern die gleiche Menge an Biomasse in Tonnen. Leider gibt es bis dato keine Zertifizierung, die diese Aufgabe reglementiert. Die Zertifikate ENplus und DINplus, die für Pellets ausgestellt werden, stehen lediglich für eine einheitliche Qualität und Größe der Pelletes.
Das Umweltsiegel „Blauer Engel“ hingegen fordert bei der Produktion eine Trocknung, die mit Abwärme aus der Industrie oder durch erneuerbare Energien betrieben wird. Zudem sollen nur Hölzer verwendet werden, die aus nachhaltiger und mit chemiefreier Forstwirtschaft stammen.

Unterm Strich kann man sagen, dass das Heizen mit Pellets eine gute Alternative zu fossilen Brennstoffen ist. Jedoch sollte man beim Pelletkauf darauf achtgeben, dass sie mit dem „Blauen Engel“ zertifiziert sind und aus Deutschland stammen. Werden Pellets weite Strecken transportiert, verschlechtert sich ihre Klimabilanz maßgeblich. So ist bei jedem Haus zu prüfen, ob die Pelletheizung die ökologisch Sinnvollste ist.
Holzpellets
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